Beruf MFA - Medizinische Fachangestellte

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MFA - Medizinische Fachangestellte:

Welche Ausbildung benötigt man als medizinische Fachangestellte?

Der Begriff Medizinische/r Fachangestellte, im Folgenden auch mit der offiziellen Bezeichnung MFA abgekürzt, löste am 01. August 2006 den des Arzthelfers/der Arzthelferin ab. Mit 98 % der Auszubildenden entschließen sich überwiegend Frauen dazu, diesen abwechslungsreichen Beruf zu erlernen. Nur 2 % der MFA sind männlich.

An wen die Arbeitgeber/innen die Ausbildungsplätze zum/zur MFA vergeben, ist ihnen freigestellt. Sie entscheiden sich insbesondere für Personen mit mittlerem Bildungsabschluss. Deren Anteil betrug im Jahr 2020 nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 55 %. Mit einem Hauptschulabschluss erhielten 22 % einen Ausbildungsplatz für den Beruf des/der Medizinischen Fachangestellten. 19 % der Ausbildungsverträge fielen Schulabgänger/innen mit Hochschulreife und 4 % den Absolventen sonstiger Abschlüsse zu.

Vor Beginn seiner/ihrer Tätigkeit weist der/die MFA die gesundheitliche Eignung durch ein ärztliches Attest nach. Der Ausbildungsbetrieb meldet sie/ihn an der Berufsschule an. Da es sich um eine duale Ausbildung handelt, findet sie teils im Betrieb und zum Teil dort statt.

In den ersten 18 Monaten erlernen Medizinische Fachangestellte die Grundlagen für ihren Beruf im Betrieb und in überbetrieblichen Lehrgängen. Sie erfahren, wie sie mit den Ärzten/Ärztinnen, mit Krankenkassen und Ämtern, mit ihrer Kollegenschaft und insbesondere mit den Patienten/Patientinnen persönlich, schriftlich oder telefonisch kommunizieren.

Zu den weiteren Ausbildungsinhalten zählen die Hygiene und der Gesundheitsschutz, daneben die Organisation des Betriebs sowie das Qualitätsmanagement. Sie erfahren, welchen Stellenwert die Dokumentation und die Information einnehmen sowie deren Durchführung. Weiter schreibt der Ausbildungsrahmenplan vor, dass auszubildende MFA Folgendes in den ersten eineinhalb Jahren ihrer 3-jährigen Ausbildung im Betrieb erlernen:

  • Grundlagen der Rehabilitation sowie der Prävention
  • die Abrechnung und Verwaltung
  • unter der Aufsicht und Anleitung eines Arztes/einer Ärztin diagnostische Maßnahmen und solche der Therapie durchzuführen
  • wie sie sich bei Zwischen- und Notfällen verhalten
  • wie sie Patienten/Patientinnen betreuen und beraten

Der Berufsschulunterricht findet an einzelnen Tagen und/oder im Block statt. Er zielt in den ersten 24 Monaten darauf ab, dass sich die Auszubildenden im Beruf des/der Medizinischen Fachangestellten zurechtfinden. Die Ausbildungsinhalte entsprechen in etwa denen im Betrieb. Der Fokus bei den diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen liegt hier bei der Assistenz bei Erkrankungen des Bewegungsapparates und der bei Krankheiten des Urogenitalsystems. Bevor das 2. Ausbildungsjahr endet, absolvieren sie die Zwischenprüfung.

Die restliche Ausbildungszeit im Betrieb dient der Vertiefung der in den ersten 18 Monaten erlangten Fertigkeiten. In der Berufsschule erlernen die auszubildenden MFA, wie sie die Patienten/Patientinnen:

  • bei der Prävention und kleinen Eingriffen chirurgischer Art begleiten und ihre Wunden versorgen
  • bei den therapeutischen und diagnostischen Maßnahmen unterstützen, wenn diese an Erkrankungen des Verdauungssystems leiden

Da sich im 3. Lehrjahr die Lehrzeit dem Ende neigt, steht das Entwickeln von beruflichen Perspektiven auf dem Unterrichtsplan in der Berufsschule. Die Abschlussprüfung zum/zur Medizinischen Fachangestellten erfolgt nach dem 3. Ausbildungsjahr.

Welche Fähigkeiten braucht man als Medizinische Fachangestellte?

Um den Beruf des/der Medizinischen Fachangestellten ausüben zu können, benötigt die Fachkraft Organisationstalent. Sie kann sich blitzschnell von einer auf andere Tätigkeiten umstellen. Sie vergibt etwa Termine am Telefon und reicht gleichzeitig oder direkt danach Rezepte an die Patienten/Patientinnen weiter, damit deren Wartezeiten kurz bleiben.

MFA sind in der Lage, Patienten/Patientinnen, auch wenn sie sich undeutlich ausdrücken, zu verstehen. Ihr mündliches Ausdrucksvermögen ist gut ausgeprägt. Diese Fertigkeit benötigen sie, um gesunde und erkrankte Personen über die Möglichkeiten der Vor- und Nachsorge zu informieren. Ein gutes schriftliches Ausdrucksvermögen ist zum Verfassen von Arztbriefen und Krankheitsberichten nötig.

Eines guten Gedächtnisses bedürfen die Medizinischen Fachangestellten, damit sie die Namen und Krankengeschichten zuordnen können und in der Lage sind, die Patienten/Patientinnen namentlich korrekt anzusprechen. Einer hohen Bedeutung kommt der Fähigkeit zu, genau beobachten zu können. Diese hilft, Krankheitssymptome zu erkennen und bei Zwischenfällen rechtzeitig zu handeln.

Fingergeschick benötigen MFA zum Handhaben kleiner Instrumente, Handgeschick, um etwa Verbände anzulegen. Die Beweglichkeit von Handgelenk und Fingern ist für Arbeiten am Computer von Bedeutung. Quartalsabrechnungen zu erstellen und mit den Krankenkassen abzurechnen, erfordern von ihnen rechnerische Fertigkeiten.

Neben diesen Skills sind fachliche Kompetenzen gefragt, welche sich die MFA während der Ausbildung aneignen. Diese benötigen sie, um die Aufgaben auszuführen, die ausgelernten Medizinischen Fachangestellten zukommen und für die ihnen ein Gehalt zusteht.

Wie viel verdient eine Medizinische Fachangestellte?

Während der Ausbildung erhalten sie angemessene Ausbildungsvergütungen, die eine im Berufsbildungsgesetz festgelegte Mindesthöhe haben. Diese unterscheiden sich abhängig von der Region, in der sich der ausbildende Betrieb befindet sowie von dessen Größe. Tarifvertragliche Regelungen stehen den MFA die folgenden Verdienste zu:

  • ca. 900 € brutto/Monat im 1. Jahr der Ausbildung
  • ca. 965 € brutto/Monat im 2. Jahr der Ausbildung
  • ca. 1.035 € brutto/Monat im 3. Jahr der Ausbildung

Als Berufseinsteiger bekommen Medizinische Fachangestellte abhängig vom Verantwortungsbereich im 1. bis 4. Jahr ca. 2207 bis 3.200 €.

Mit Berufserfahrung erhalten sie ab dem Jahr 2023, abhängig von den ihn übertragenen Verantwortungen und dem Erwerb von erweiterten Kompetenzen, diese beispielhaften Gehälter:

  • 2.396 bis 3.474 € brutto/Monat mit mehr als 4 bis 8 Jahren Berufserfahrung
  • 2.549 bis 3.696 € brutto/Monat mit mehr als 8 bis 12 Jahren Berufserfahrung
  • 2.621 bis 3.800 € brutto/Monat mit mehr als 12 bis 16 Jahren Berufserfahrung
  • 2.900 bis 4.204 € brutto/Monat mit mehr als 16 bis 20 Jahren Berufserfahrung
  • 2.952 bis 4.281 € brutto/Monat mit mehr als 20 bis 24 Jahren Berufserfahrung
  • 3.005 bis 4.358 € brutto/Monat mit mehr als 24 bis 28 Jahren Berufserfahrung
  • 3.058 bis 4.434 € brutto/Monat mit mehr als 28 Jahren Berufserfahrung

Die Einkommen im Jahr 2022 liegen etwas darunter. Die Zahlen entsprechen denen der von der Ärztekammer Nordrhein veröffentlichten. Die höchsten Einkommen erzielen MFA laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit in den Ländern Hamburg und Bayern, die niedrigsten in Sachsen-Anhalt und Sachsen.

Welche Aufgaben hat man als Medizinische Fachangestellte?

Während der Ausbildung baut sich das Aufgabengebiet der Medizinischen Fachangestellten fortlaufend aus. Die ihnen übertragenen Tätigkeiten richten sich nach dem Ausbildungsstand. Sie erfolgen zunächst unter Aufsicht der Ärzte/Ärztinnen oder den von ihnen beauftragten Mitarbeitenden.

Den MFA in Ausbildung obliegt es, alle ihnen übertragenen Aufgaben sorgfältig und gewissenhaft in dem Maße zu erledigen, dass weder dem ausbildenden Betrieb noch den Patienten/Patientinnen ein Schaden entsteht. Daneben erweitern sie neben dem praktischen Wissen ihr theoretisches in dem Umfang, dass sie die mündliche und schriftliche Prüfung zum/zur MFA bestehen.

Im Berufsleben als ausgebildete Medizinische Fachangestellte obliegt es ihnen, eigenverantwortlich die nachfolgenden Aufgaben auszuführen:
Das Berufsbild umfasst die Organisation und Verwaltung der Praxis oder den sonstigen Arbeitsorten. Zudem zählt es zu ihren Aufgaben, den Ärzten/Ärztinnen bei ihren Tätigkeiten zu assistieren. Diese untersuchen, behandeln, betreuen und beraten Patienten/Patientinnen. Sie stellen sicher, dass sich die Patienten/Patientinnen wohlfühlen und die Ärzte/Ärztinnen alle notwendigen Daten, Instrumente und Materialien in hygienisch einwandfreiem und vollständigem Zustand zur Hand haben, wenn sie diese benötigen.

Daneben führen MFA Laborarbeiten durch. Zu ihnen gehören etwa das Messen des Blutdrucks, die Entnahme des Blutes, dessen Untersuchung und die der Urinproben. Bei Bedarf leiten sie diese an Labore weiter. MFA haben die Pflicht, alle Ergebnisse der internen und externen Untersuchungen zu dokumentieren.

Zudem kümmern sie sich um die Hygiene bei ihren Tätigkeiten und um die in den Praxisräumen. Ihr Aufgabenfeld liegt im Qualitätsmanagement, dem Schriftverkehr, den Abrechnungen und im Ausführen sämtlicher anfallenden Arbeiten im Empfangsbereich. Die Tätigkeit an Klinikinstituten umfasst zudem die Organisation von Kongressen, Lehrveranstaltungen und Dienstreisen sowie deren Abrechnung.

Wo arbeitet eine Medizinische Fachangestellte?

Medizinische Fachangestellte arbeiten in:

  • Krankenhäusern
  • Kliniken
  • Arztpraxen
  • Gesundheitsämtern
  • Rehabilitationszentren

Ihre Tätigkeitsorte befinden sich in Innenräumen, zu denen etwa Empfangsräume, Wartezimmer, Lager sowie die Behandlungsräume und Labore gehören. Bei Hausbesuchen begleiten sie den Arzt/die Ärztin zu den Wohnungen oder sonstigen Aufenthaltsorten der Patienten/Patientinnen.

Bei ihrer Arbeit tragen sie überwiegend einheitliche weiße oder farbige Berufskleidung. Diese besteht etwa in einem Kasack und einer Schlupfhose sowie in sauberem und bequemem Schuhwerk.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Medizinische Fachangestellte?

Medizinische Fachangestellte halten ihr berufliches Wissen aktuell. Dazu besuchen sie Anpassungsweiterbildungen, die das Praxismanagement, die Hygiene, die Medizinische Assistenz und die Labortätigkeiten betreffen. Dadurch können die MFA in nächsthöhere Leistungsstufen aufsteigen. Diese beginnen bei 1 und enden bei 5.

Den Verantwortungsbereich erweitern MFA um Führungsaufgaben durch eine Anpassungsweiterbildung, etwa zum/zur:

  • Fachwirt/in – medizinische Versorgung
  • Fachwirt/in Gesundheits- und Sozialwesen
  • Praxisassistent/in (nicht-ärztlich)
  • Betriebswirt/in (Fachschule) – Management im Gesundheitswesen

Mit der Hochschulreife steht den Medizinischen Fachangestellten der Weg des Studiums offen. Als Studienfächer eignen sich die Humanmedizin, die Medizinische Assistenz, die Gesundheitswissenschaft (Public Health) oder die Komplementärmedizin.